Der Umweg
„Gott führte das Volk auf einem Umweg durch die Wüste zum Schilfmeer.“ (2. Mose 13,18)
Von Ägypten in das Land Kanaan führte der kürzeste Weg über die Handelsstraße durch das Gebiet der Philister. Dennoch führte Gott sein Volk auf einem anderen Weg. Warum tat er das? Weil das auserwählte Volk auf diesem Umweg die mächtige Hand Gottes, seine Herrlichkeit und seine Liebe zu ihnen auf eine so reiche und wunderbare Weise erfahren konnte, wie es auf keinem anderen Weg möglich gewesen wäre. Er führte sie durch das Schilfmeer, und dort wurde ihnen Gottes Gericht über das Volk und den tyrannischen König offenbar. Das bittere Wasser von Mara wurde trinkbar. Wenn sie Durst hatten, ließ Gott Wasser aus dem Felsen fließen. Wenn sie Hunger hatten, gab er ihnen auch in der Wüste Fleisch und Brot.
Auch uns hat Gott schon auf Umwegen geführt. Er tut es, damit wir unsere Abhängigkeit und unsere eigene Schwachheit erkennen und die mächtige Hand Gottes wahrnehmen. Gott hat auch uns aus großen Nöten herausgeführt, uns in unseren Bedrängnissen gestärkt, uns in unseren Krankheiten Heilung geschenkt und ist uns in unserer Einsamkeit unzählige Male beigestanden. Diese Umwege haben uns gelehrt, ihn immer besser zu erkennen. Fürchten wir uns nicht vor diesen Prüfungen! Der Glaube an Gott ist keine Garantie dafür, dass wir von solchen Wegen verschont bleiben. Aber der Glaube gibt uns die Gewissheit, dass Christus auch auf den Umwegen und in den Prüfungen unseres Lebens mit uns geht. Er verwandelt sogar die Wüste in seinen Garten. Er zeigt uns seine Wunder. Er bereitet uns einen Tisch angesichts unserer Feinde. Er bahnt uns einen Weg durch die Wasser und führt uns vom Tod zum Leben. Er „rüstet“ uns für den Kampf gegen die Sünde aus, damit er uns in das verheißene Land, in die himmlische Erlösung, führen kann. Amen.
GEBET: Gepriesen seist du, mein Gott, dass du mich auf all meinen Wegen begleitest. Oft gehe ich vielleicht auf den Umwegen der Prüfungen meinem Ziel entgegen. Doch es gibt mir Kraft, dass das klare Licht deines Wortes mich immer führt. Im Gebet bringe ich dir diejenigen, in deren Herzen das Licht des Glaubens und der Hoffnung erloschen ist. Besuche sie mit deiner Gnade und deiner Fürsorge! Amen.